Juli

Sommer in der Fuchsmühle

von Robin

Im März haben wir das letzte Mal aus der Fuchsmühle berichtet. Damals haben wir den 5-monatigen Prototyp beendet und sind erstmal alle in den Urlaub gefahren. Im April ging es dann weiter. Mit frischem Elan sind wir seitdem in eine Vielzahl von Projekten gestartet. Seitdem hat sich eine Menge getan! Wir hatten unsere ersten Events und Veranstaltungen in Waldkappel, haben die Türen für Gäste und Freiwillige geöffnet und begrüßen Johann als neues Gemeinschaftsmitglied. Hier ein paar Highlights aus der letzten Zeit sowie Termine für die kommenden Monate. Viel Spaß beim Lesen,

Robin, im Namen der Fuchsmühle

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Gemeinschaftlich in Kreisen leben

von Luisa

Wie das Einbeziehen des Wissens über Zyklen helfen kann, den individuellen und kollektiven Alltag zu meistern.

Eines der ersten Dinge, die Melina in ihrer Gemeinschaft tat, war eine große Scheibe im Wohnzimmer aufzuhängen, auf der Zyklen abgebildet waren: Jahreszeiten, Tageszeiten, Mondzyklen. An der Scheibe sind die Namen der Gemeinschaftsmitglieder mit Klammern angebracht, das soll ihnen helfen, sich zu organisieren. Jeder Zyklusphase sind Qualitäten und Aufgaben zugeordnet, die von der jeweiligen Person gehütet werden, wie zum Beispiel Pünktlichkeit oder die Pflanzen zu gießen. Alle klemmen ihre Klammer an die Zyklusphase, in der sie sich gerade fühlen.

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März

Übergangszeit

von Robin

Nun ist der Prototyp vorbei. Vor genau fünf Monaten sind wir in die Fuchsmühle eingezogen für eine Phase des Ausprobierens: zusammen mit 12 Menschen unter einem Dach, mit einer gemeinsamen Vision und der Frage: können wir uns vorstellen hier miteinander in Gemeinschaft zu leben, uns zu beheimaten und miteinander an einer zukunftsfähige, regenerativen Region zu wirken?

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Die ökologische Vision. Eine Veganismus Debatte.
Es knistert.

März

von Tabea 

es ist Anfang März. Die warmen Sonnenstrahlen locken uns raus in den Garten. Endlich geht’s im Garten los! Das Bachrauschen und Vogelgezwitscher begleiten uns bei unseren Besprechungen, beim Graben, beim Sonnenbad.  Der Prototyp ist vorbei und etwas Neues fängt an. Etwas für immer…? Da kribbelt es, aber darüber werdet ihr in einem anderen Newsletter mehr erfahren.

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In dem Moment als sie ihre Bedenken äußerten, saßen Felix und ich erstmal erstarrt auf dem Sofa. Ich wusste, dass sie Recht hatten, aber war trotzdem nicht einverstanden. Dann fragt Luisa, wie es uns geht. Felix kann sich aus der Erstarrung ein „ich-brauche-gerade-noch-´nen-Moment“ abringen. Mir geht es genauso. Alles was ich jetzt sagen würde wäre reaktiv und nicht konstruktiv. Nach einigen Minuten schmilzt die Erstarrung und wir beginnen uns mitzuteilen: „Als ihr uns gestoppt habt war das wie ein Schlag ins Gesicht“. Luisa widerum erzählt, dass sie als weiblich sozialisierte Person fast täglich der eigenen Lebendigkeit beraubt wird – darin eingeschränkt wird was sich als Frau gehört und was nicht. Ich bekomme ein Gefühl für die sexistischen Strukturen, in denen ich und wir uns noch immer befinden – eine Ahnung davon, wie tiefgreifend diese Prägung ist.

Dann äußert sich Hannah. Eigentlich wollte sie Felix und mich wertschätzen, allerdings platzt ihre Wut unvermittelt hervor. „partiarchale Muster“ seien das Thema worüber sie mit mir schon länger sprechen wolle. Sie setzt an, aber ich unterbreche sie bald und fordere eine Pause ein. Ich bin viel zu aufgewühlt um noch irgendetwas aufnehmen zu können. Hannah ist anzusehen, wie sehr sie sich zusammenreißen muss. „ganz schön bezeichnend oder“ sagt sie mit einem vorwurfsvollen Sarkasmus. Ich schlucke, irgendwie hat sie Recht. Felix interveniert. Wir einigen uns auf eine Pause. Erleichtert gehe ich raus, spaziere zu einer großen alte Linde.

 

Ich empfinde plötzlich unverhoffte Freude. Die Linde steht einfach da, mit ihrem gewaltigen Stamm und schenkt mir ein wohlwollendes, behütendes Nicken. Ich freue mich, zu meinen Grenzen gestanden zu haben und erahne, dass sich gerade eine wunderbare Möglichkeit eröffnet, mich einer ziemlich tiefen Angst zu stellen. Dort, angelehnt an die alte Linde, keimt in mir das Vertrauen, dass Hannah und ich uns trotz all der Wut und der Scham und all den vielen sexistischen Strukturen, die uns in den Knochen stecken, hören können.

Als Hannah und ich uns eine halbe Stunde später gegenübersitzen pocht mein Herz. Felix und Elena sitzen bei uns, um uns zu unterstützen. Ich habe Angst, mich selbst nicht mehr spüren zu können und meine Unsicherheit ist riesig. Was mir Halt gibt ist Felix, dem ich sage, dass ich mich festhalte, wenn es nötig sein sollte. Meine Hand ruht auf seinem Knie.

Hannah beginnt von ihrem Erleben zu Erzählen. Ich lasse mich zutiefst berühren von ihrer Verzweiflung darüber, dass sie immer wieder erlebt, wie ich ihre Wortbeiträge für nicht wichtig abtue und wie selbstverständlich ich Raum einnehme – und ich so einen sehr existenziellen Schmerz hervorrufe. Ich sehe sie darin, wie wütend es sie macht, dass ich meine Grenzen so klar ziehen kann und sie nicht. Was wir so oft in rationalen Diskussionen analysieren, die Maschine in der wir stecken, die patriachalen Muster und Strukturen, werden mit einem Mal durch Hannahs Worte berührbar. Worüber ich schon viel geredet und gelesen hatte, sinkt tiefer ein und macht mich traurig. Dort im Wohnzimmer, umgeben von all den Filmen, Worten, Erziehungsmethoden, Gesetzen, Traditionen und Bildern, die Sexismus reproduzieren, vergießen wir gemeinsam noch einige Tränen. Die Anerkennung macht uns still. Wie wir dort auf dem staubigen Teppich sitzen wächst etwas Neues, Zartes und Lebendiges.

Januar

Übergänge

von Luisa

Nun sind wir wieder beieinander nach Tagen bei unseren Verwandten und anderswo. Nach Tagen voller Essen, Geschichten erzählen aus der Fuchsmühle, mit Fragen gelöchert werden und etwas Abstand gewinnen. Wir nannten es liebevoll „Gemeinschaftsurlaub“ und genossen alle das wegfahren und dann auch das wiederkommen.

 

 

Dezember 

Schritte im Schnee

von Luisa

Heute kam der Schnee zu uns. Irgendwie ist alles plötzlich stiller, sanfter und auch ein bisschen magisch. In unserem Haus wird das Tosen ruhiger, es formt sich ein Takt ein Rhythmus klingt durch die Zimmer und hilft uns nicht zu hasten. Das weiß strahlt in unsere Räume hinein und macht sie heller.

Es ist schnell hier, wenn wir nicht wissen, was wesentlich ist. Es ist schnell hier, wenn wir das Gefühl haben etwas ist sehr wesentlich. Es ist schnell hier, wenn wir uns nicht mehr fühlen können und an unseren Häuten rütteln, um nicht mehr so allein zu sein.

Wir halten unsere Hände, die manchmal ganz groß und manchmal ganz klein sind. Wir sprechen Worte, erheben die Finger, wir werfen uns Blicke zu, manche davon sind wesentlich.

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Ein Loblied auf die Eckbank

Mein liebster Platz in Fuchsbau ist unsere Eckbank. Sie ist aus Eichenholz und auf ihr liegen eigens für sie geschneiderte Sitzkissen in blauen Karos. Sie steht in unserem immer warmen Esszimmer. Dort steht auch unser weißer Grundofen, auf den immer wieder Menschen ihre Hände legen wie auf einen alten tröstenden Freund.

Auf unserer Eckbank bin ich  gleichzeitig mitten im Geschehen und kann mich im richtigen Moment verstecken.

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November 2020

von Luisa

Der Herbst ist nun mit seiner dunklen Seite bei uns angekommen. Die Kraniche flogen über unsere Mühle gen Süden und der große Walnussbaum trägt fast schon keine Blätter mehr. Gut, dass wir es so gemütlich haben!

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Oktober 2020

Lauschen und Landen

von Tabea

Jupdaduuu….wir sind am Landen, wobei vielleicht fliegen und schwirren wir noch vielmehr umher. Hier ist unser erstes Update seit unserem Einzug. Bei unserem Landeflug passiert vieles gleichzeitig. Einziehen, bauen, uns gegenseitig und die Umgebung kennenlernen, aktiv in unseren Arbeitsgruppen werden….Einen kleinen kreativen Einblick, könnt ihr im Video hier erhalten:

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Während ich hier im Esszimmer an unserem großen, vollgestellten Tisch sitze und es in der Küche brutzelt, höre ich wie draußen die Regentopfen an unsere Fenster schlagen, die darauf warten endlich gestrichen zu werden. Ich lausche eine Weile und freue mich, wie viel mehr noch zu hören ist in unserem frisch bezogenen Fachwerkhaus von 1900: Klaviergeklimper, Diskussionsgesumm, Papiergeraschel, Treppenschritte. Ich freue mich darauf, ins gemütliche Wohn- und Wirkzimmer zu den anderen zu gehen, weiter an unseren Vorhaben zu feilen, aus dem Fenster zu schauen und die Herbstfarben zu genießen.

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WAS BISHER GESCHAH

Am 01. Oktober sind wir mit 11 Personen in die Fuchsmühle eingezogen. Für die nächsten 5 Monate verschreiben wir uns einem “Prototypen” – einer Zeit, wo wir erproben gemeinschaftlich zu wohnen und zu wirken. Während dieses Zeitraums wollen wir eine solide Grundlage aufbauen, um hier in der Region tätig zu werden. Unter anderem wird es darum gehen, die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für eine langfristige Gemeinschaft aufzubauen.

Außerdem widmen wir uns in dieser Zeit in fünf Zyklen jeweils einem Forschungsthema unter der Leitfrage: wie kann eine zukunftsfähige Region aussehen? Jeder Zyklus dauert 28 Tagen und orientiert sich sowohl an den Mondphasen als auch an den vier Dimensionen regenerativer Entwicklung des Global Ecovilage Network

01.10.-15.10.     —    Ankunft: Lauschen & Landen
16.10.-14.11.     —    Soziale Regeneration
15.11.-13.12      —    Ökonomische Regeneration
14.12. – 12.01.   —    Kulturelle Regeneration
13.01. – 10.02.   —    Ökologische Regeneration
11.02 – 27.02.    —    Ernte & Abschluss des Prototypen

Die ersten zwei Wochen waren dem Lauschen & Landen gewidmet. Anstatt Augen zu und drauf los, erstmal Augen und Ohren auf und trotz tausender To-Do´s horchen, was gerade wirklich wichtig ist. Das war nicht immer ganz einfach,

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